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RIP
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09. Sep 2020 05:36
Tags: moria refugees outrage europa deutschland #christlichesAbendland #deutscheLeidkultur europe deutsche leidkultur asyl #derWestenistfertig Refugees Migrants Lesbos EWG Greece
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10 Comments:

RIP 2 weeks ago
www.tagesschau.de/inland/moria-brand-reaktionen-deutschland-101.html

www.tagesschau.de/ausland/brand-moria-105.html

www.tagesschau.de/ausland/moria-feuer-113.html

www.tagesschau.de/kommentar/moria-kommentar-101.html
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"Kommentar

Brand in Moria Ein erbärmlicher Friedensnobelpreisträger

Stand: 09.09.2020 12:12 Uhr

Moria ist die Hölle made in Brüssel. Wenn Kanzlerin Merkel nicht zur Nachlassverwalterin dieser EU-Werteunion werden möchte, muss sie als Ratspräsidentin handeln.

Ein Kommentar von Georg Schwarte, ARD-Hauptstadtstudio

Moria brennt seit Monaten. Jetzt brennt es buchstäblich. Die Schande Europas geht in Flammen auf. Der Feuerschein lässt die Erbärmlichkeit des Friedensnobelpreisträgers EU nur noch etwas greller aufscheinen.

Moria ist ist die Hölle made in Brüssel. Wer wissen will, wie Zynismus funktioniert, muss sich die Geschichte dieses unseligen Lagers ansehen. 2800 Plätze gibt es. Derzeit leben dort rund 13.000 Menschen. Die EU-Moralisten, die auf jedes Elend dieser Welt gern empört und gern auch mit einer tapferen Erklärung aller EU-Außenminister reagieren, sind die Heuchler.

In Moria war immer Quarantäne

Die Menschen dort sind weggeschlossen und vergessen, irgendwo auf Lesbos. An der Küste sorgen sich die Touristen heute allenfalls um Corona und ob der Urlaub wohl in Quarantäne endet. In Moria war immer Quarantäne. Massenquarantäne.

Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte aber gilt nicht nur jenseits der EU-Außengrenzen. Sie gilt in einem Lager, in dem Jugendliche versuchten, sich aus Verzweiflung mit Tabletten und mit Messern das Leben zu nehmen. Sie gilt in einem Lager mit einem Supermarkt für rund 13.000 Menschen. Sie gilt, wo es keine Seife gab, und Duschwasser nur zweieinhalb Stunden am Tag. Sie gilt dort, wo die Zukunftsperspektive so groß war, wie die blaue Plastikplane über dem Kopf. Dort wo aus Leben nur noch Überleben wurde.

Deutschland achtet auf Flüchtlingsquoten

Die Friedensnobelpreis-EU sollte sich die Sache mit der Würde des Menschen noch mal genau überlegen. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Wirklich? Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Aber Deutschland achtet auf Flüchtlingsquoten und schützt die EU-Außengrenzen. Damit Deutschland nicht schon wieder wie damals 2015 sagt: Wir schaffen das.

13.000 Menschen. Gerade erst standen vor dem Reichstagsgebäude 13.000 leere Stühle. Stiller Protest und Einladung zugleich. 170 Städte und Kommunen haben längst gesagt: Wir schaffen das. Holt die Menschen aus der Hölle zu uns. Wir wollen die Würde der Menschen achten und nebenbei die Würde der EU retten.

EU hat Moria nicht nur geduldet, sondern auch gewollt

Und was sagt die Christlich-Demokratische Union an diesem Tag? "Alleingänge Deutschlands wären nicht hilfreich, weil sie den Eindruck erwecken könnten, Deutschland werde die Flüchtlinge allein aufnehmen." Wenn ein öffentlicher Eindruck wichtiger scheint als Hilfe in Not, drängt sich ein anderer Eindruck auf. Diese EU hat Moria nicht nur geduldet, sondern offenbar leise gewollt. Als Mahnung an alle, die da noch drängen in unser ach so überfülltes Europa. Seht Euch Moria an. So wird es Euch ergehen. Das sollte die Botschaft sein.

Angela Merkel ist EU-Ratspräsidentin. Wenn sie nicht zur Nachlassverwalterin dieser EU-Werteunion werden möchte, sollte sie zusammen mit ihrem Innenminister Seehofer jetzt zeigen, dass es beim Thema Menschenwürde um Werte und nicht um einen Eindruck geht.


Redaktioneller Hinweis

Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors und nicht die der Redaktion wieder."
RIP 2 weeks ago

Hanning Voigts
@hanvoi

Alles, was in #Moria gerade passiert, ist von den EU-Staaten politisch gewollt.

7:17 vorm. · 9. Sep. 2020·Twitter for iPhone

twitter.com/hanvoi/status/1303563176106242049

RIP 2 weeks ago
"Kommentar

Geplante Aufnahme von Flüchtlingen
Ein beschämendes Minimum

Stand: 11.09.2020 17:54 Uhr

Die Reaktionen Deutschlands und der EU auf die Brandkatastrophe in Moria sind unwürdig. Schnelles Handeln ist nun gefragt - und nicht das Festhalten an alten Plattitüden.

Ein Kommentar von Martin Ganslmeier, ARD-Hauptstadtstudio

Mehrere Tage lang hat Bundesinnenminister Horst Seehofer zur Flüchtlingskatastrophe in Moria geschwiegen. Weil er sicherstellen wollte, dass möglichst viele andere EU-Länder bereit sind, Migranten aufzunehmen.

Einen großen Wurf konnte niemand erwarten. Doch was Seehofer jetzt vorgestellt hat, ist völlig unzureichend und beschämend: Gerade mal zehn europäische Länder sind bereit, die lächerlich geringe Zahl von 400 minderjährigen Flüchtlingen unter sich aufzuteilen. Das bedeutet im Umkehrschluss: 17 andere EU-Länder zögern noch oder lehnen ab.

400 Kinder dürfen die Hölle von Moria verlassen. Das heißt aber auch: 4000 andere Flüchtlingskinder sind dort weiterhin gefangen.

Taktische Manöver verbieten sich

Seehofer erkennt zwar die humanitäre Notlage. Aber gleichzeitig will er die unwilligen EU-Länder nicht aus ihrer Mitverantwortung entlassen. Diese Strategie war in den vergangenen Monaten nachvollziehbar. Doch angesichts der Katastrophe auf Lesbos verbieten sich alle taktischen Manöver. Jetzt ist mutige Führung und energisches Handeln gefragt!

Bei einem Großbrand darf die Feuerwehr auch nicht warten, bis klar ist, ob noch mehr Leute beim Löschen helfen. Noch immer scheint Seehofer traumatisiert von den Erfahrungen vor fünf Jahren: "2015 darf sich nicht wiederholen", mahnte er erneut. Dabei ist Europa weit entfernt von der prekären Lage damals. Es geht heute nicht um eine Million Bürgerkriegsflüchtlinge, sondern um einige tausend Flüchtlinge, die jahrelang in griechischen Lagern hingehalten wurden - als Geiseln einer gescheiterten EU-Flüchtlingspolitik.

Von der EU nur bloße Lippenbekenntnisse

Deutlich mehr Kritik als Seehofer hat aber die Europäische Union verdient. In Sonntagsreden lobt sich die EU als Werteunion, betont gerne die Achtung der Menschenwürde und die Rechte von Minderheiten. Die Katastrophe auf Lesbos hat dies als bloße Lippenbekenntnisse entlarvt.

Viele Europäer waren zurecht entsetzt, als US-Präsident Donald Trump Flüchtlingskinder von ihren Eltern trennen ließ. Aber mal ehrlich: Handeln wir Europäer humaner? Immerhin bemüht sich Seehofer seit Langem um eine europäische Lösung. Dagegen war die EU hier ein Totalausfall.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die derzeitige Vorsitzende im Rat der EU, Angela Merkel, müssen dies nun zur Chefsache machen - und zwar mit der gleichen Entschlossenheit, mit der die Corona-Hilfen und das EU-Budget verabschiedet wurden. Schnelle Soforthilfe ist jetzt nötig mit einer Koalition der willigen EU-Länder und den vielen hilfsbereiten Kommunen.

Dann aber muss der Druck auf die unwilligen EU-Länder erhöht werden: Wer sich wie Ungarn oder Österreich weigert, Flüchtlinge aufzunehmen, dem werden EU-Subventionen gekürzt.


Redaktioneller Hinweis

Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors und nicht die der Redaktion wieder."
RIP 1 week ago

"Nach Brand im Lager Moria
Sechs Verdächtige festgenommen

Stand: 15.09.2020 20:49 Uhr

Nach dem Feuer im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos hat die Polizei sechs mutmaßliche Brandstifter festgenommen. Tausende obdachlos gewordene Migranten weigern sich, in neue Unterkünfte zu ziehen."
www.tagesschau.de/ausland/moria-fluechtlinge-festnahmen-101.html